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Begutachtung

Vorbereitung auf den Besuch des Medizinischen Dienstes

Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) ist entscheidend für die Einstufung in einen Pflegegrad. Eine gute Vorbereitung kann den Unterschied zwischen einer angemessenen und einer zu niedrigen Einstufung ausmachen. Hier erfahren Sie, worauf der Gutachter achtet und wie Sie sich optimal vorbereiten.

Was der Medizinische Dienst prüft: Die 6 Module des NBA

Die Begutachtung basiert auf dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA) mit sechs Modulen: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte. Jedes Modul wird mit Punkten bewertet, die unterschiedlich gewichtet in die Gesamtbewertung einfließen. Das Modul Selbstversorgung hat mit 40 % die höchste Gewichtung.

Vorbereitung: Das Pflegetagebuch

Führen Sie mindestens zwei Wochen vor dem Termin ein detailliertes Pflegetagebuch. Notieren Sie, bei welchen Tätigkeiten Hilfe nötig ist, wie lange diese dauert und wie häufig sie anfällt. Dokumentieren Sie auch nächtliche Einsätze, Unruhephasen und Situationen, in denen die Person sich selbst gefährdet. Dieses Tagebuch ist Ihre wichtigste Grundlage beim Gutachterbesuch.

Am Tag der Begutachtung

Sorgen Sie dafür, dass eine Vertrauensperson anwesend ist, die den Pflegealltag kennt. Legen Sie alle relevanten Unterlagen bereit: Arztberichte, Medikamentenpläne, Krankenhausberichte und das Pflegetagebuch. Beschönigen Sie die Situation nicht — zeigen Sie den realistischen Pflegealltag. Wenn die pflegebedürftige Person dazu neigt, ihre Fähigkeiten vor Fremden besser darzustellen, weisen Sie den Gutachter freundlich darauf hin.

Häufige Fehler bei der Begutachtung

Der häufigste Fehler ist, den Pflegebedarf herunterzuspielen — viele Pflegebedürftige wollen vor dem Gutachter nicht hilflos wirken. Ebenso problematisch ist eine fehlende Dokumentation: Ohne Pflegetagebuch und Arztberichte fehlen dem Gutachter Nachweise. Auch ein aufgeräumter, perfekt vorbereiteter Haushalt kann den Eindruck erwecken, dass weniger Hilfe benötigt wird als tatsächlich der Fall ist.

Nach der Begutachtung

Sie erhalten das Gutachten zusammen mit dem Bescheid der Pflegekasse. Lesen Sie das Gutachten sorgfältig und prüfen Sie, ob alle Einschränkungen korrekt erfasst wurden. Stimmt die Einstufung nicht, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sie haben außerdem das Recht, das vollständige Gutachten bei der Pflegekasse anzufordern.

Nächster Schritt

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